FAQ Übersicht

Erneuerbare Energien

Sind Windkraftanlagen zu laut?

Der Artikel wird zur Zeit überarbeitet und kann leider nicht angezeigt werden.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 13.10.2018 12:17


Überlasten Erneuerbare Energien die Stromnetze?

Mythos

Wenn der Wind stark weht oder viel Sonne scheint (oder beides), überlastet das die Stromnetze

Tatsache

Das ist falsch. Während die Netze oft an ihren Belastungsgrenzen betrieben werden, liegt das Stand heute im Wesentlichen nicht an den erneuerbaren Energien, sondern daran dass zusätzlich zu hoher Produktion aus erneuerbaren Energien auch die Grundlastkraftwerke weiterhin durchlaufen und ihren Strom zum Export in das Stromnetz drücken. So werden durch konventionelle Kraftwerke die Übertragungsleitungen verstopft und Windstrom muss abgeregelt werden - es kommt zu Noteingriffen.

Empfehlung der Bundesnetzagentur um die Engpässe zu vermeiden und Versorgungssicherheit zu steigern? 
Kohlekraftwerke stilllegen!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kohleausstieg-weniger-kohlmeiler-machen-laut-bmwi-stromnetz-stabiler-a-1178178.html

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:33


Ist eine Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren Energien möglich und bezahlbar?

Mythos

Eine Energiewende mit Wind und Sonne ist ohne Speicher nicht möglich und mit Speichern nicht bezahlbar.

Tatsache

Das stimmt nicht. Mit heute bekannten Technologien sind 100% erneuerbare Energien im Stromnetz sowohl möglich als auch ein volkswirtschaftlicher Gewinn

Brauchen wir Speicher sofort?

Nein. Im ersten Schritt kann dieser "Speichereffekt" noch einige Zeit lang durch konventionelle Kraftwerke erbracht werden. Ist zu viel Strom im Netz, schalten sie ab. Ist zu wenig Strom da, schalten sie wieder zu.

Natürlich ist das nur eine Übergangslösung. Langfristig, mit Blick auf 100% erneuerbare Energien, gibt es viele andere Speichermöglichkeiten. Neben den oft genannten Pumpspeicherkraftwerken gibt es außerdem Batterien, Power-to-Gas, Druckluftspeicher usw.

Sind zukünftig 100% Erneuerbare Energien möglich?

Wie ein Stromnetz mit 100% erneuerbaren Energien in Zukunft zusammen spielt zeigt das Forschungsprojekt "Kombikraftwerk 2". In diesem Projekt wurde nachgewiesen, dass sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Netzstabilität in einem Stromnetz allein durch erneuerbare erbracht werden können - auch bei länger andauernder Dunkelflaute.

Das bedeutet natürlich nicht wie von vielen Energiewende-Gegnern vorausgesetzt, dass nur Wind oder Sonne den Bedarf decken sollen. Vielmehr ist es eine Kombination vieler verschiedener Quellen:  Windkraft, Solarstrom, Biomasse, Wasserkraft, Pumpspeicher, Batterien, Power-To-Gas, Gaskraftwerke, ...

Eine solche Studie kann nur ein Blick auf eine mögliche Zukunft sein. Dabei werden Erkenntnisse zugrunde gelegt, die aus heutiger Sicht wahrscheinlich erscheinen. Für die Speicher zum Beispiel In den kommenden Jahren wird sich zeigen, inwiefern die entsprechenden Kapazitäten ausgebaut werden.

https://youtu.be/JqaeYaSAnFE

Sind zukünftig 100% Erneuerbare Energien bezahlbar?

Das wurde in der Studie "Geschäftsmodell Energiewende"  beleuchtet.
Das Fazit: Erneuerbare Energien sind in den nächsten 15-20 Jahren in allen betrachteten Szenarien ein volkswirtschaftlicher Gewinn für Deutschland! Das kommt im Wesentlichen dadurch dass massiv Brennstoffkosten eingespart werden.

http://www.herkulesprojekt.de/content/dam/herkulesprojekt/de/documents/2015_Studie_Finanzierbarkeit_der_Energiewende_webansischt.pdf

 

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:33


Sinkt der CO2 Ausstoß durch die Energiewende?

Mythos

Der CO2 Ausstoß sinkt durch die Energiewende gar nicht

Tatsache

Das ist falsch. Der CO2 Ausstoß sinkt durch die Energiewende immer mehr. Durch die Einsparungen in den CO2 Emissionen sinken jedoch die Kosten für CO2 Zertifikate, sodass zusätzliche Mengen an CO2 emittiert werden. Das ist aber kein problem der Energiewende, sondern eines bis April diesen Jahres defekten Zertifikatehandels der Einsparungen ausserhalb der Emissionsziele nicht vorsah.

Im April 2018 fand eine Reform des Europäischen Emissionshandels statt. Seit dem gilt:

Wenn Erneuerbare CO2 einsparen, darf es nicht mehr einfach anderswo emittiert werden, sondern diese Menge CO2 wird aus dem Zertifikatehandel entfernt.

Das alte vorgehen vor der Reform glich eher einem Wasserbett. Wenn man es irgendwo eindrückt, bewegt sich das Wasser an eine andere Stelle. Die Wassermenge im Wasserbett bleibt aber gleich egal wie fest man das Wasserbett eindrückt.

Das neue System nach der Reform funktioniert dagegen eher wie eine Badewanne. Wenn man Wasser verdrängt, fließt die Badewanne über und das Wasser läuft aus. Danach ist weniger Wasser in der Wanne.

Genauso funktioniert es nun mit dem CO2 - ein großer Erfolg für die Energiewende! cool

Quelle: Agora Energiewende - Vom Wasserbett zur Badewanne

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:42


Ist die Energiewende zu teuer?

Mythos

Die Energiewende ist zu teuer. Insgesamt wird uns die Energiewende ca. 550 Milliarden Euro kosten.

Tatsache

Das ist nur die halbe Wahrheit. Während erneuerbare Energien weiter ausgebaut werden, müssen immer weniger Brennstoffe eingekauft werden, um den Strombedarf zu decken. Die Ersparnisse durch Erneuerbare Energien sind durch das Fraunhofer IWES untersucht worden. 
Das Ergebnis: Bis 2035 hat die Energiewende ihre Investitionskosten wieder eingefahren und bis 2050 werden 40 bis 100 Milliarden € Vorteil erwirtschaftet.

http://www.herkulesprojekt.de/content/dam/herkulesprojekt/de/documents/2015_Studie_Finanzierbarkeit_der_Energiewende_webansischt.pdf

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 15:59


Gefährden Erneuerbare Energien die Versorgungssicherheit?

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:43


Kann ein Stromnetz allein mit Erneuerbaren Energien stabil betrieben werden?

Mythos

Ein Stromnetz kann mit erneuerbaren Energien nicht stabil betrieben werden.

Tatsache

Technisch können erneuerbare Energien heute bereits Stromnetze stabil betreiben - und das sogar unter schwierigeren Bedingungen (Solarkapazität doppelt so groß wie die Last, Einbrüche um 80% innerhalb weniger Sekunden möglich) trotzdem stabiler als das im europäischen Verbundnetz der Fall ist.
Dazu verhalten sich die EE-Anlagen einfach wie die rotierenden Massen der Kraftwerke.
Die Technik ist vorhanden und in kleinen Inselnetzen erprobt.

https://www.sma-sunny.com/…/st-eustatius-100-solar-power-i…/

Nun geht es in den kommenden Jahren darum, diese Technik im europäischen Verbundnetz einzusetzen.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:43


Können Erneuerbare Energien einen Beitrag zur Netzstabilität leisten?

Mythos

Erneuerbare Energien sind nicht regelbar und können somit kein Einfluss nehmen auf die Netzstabilität, Frequenz- und Spannungshaltung.

Tatsache

Das ist falsch. Schon heute tragen Erneuerbare Energien in kritischen Situationen zur Netzstabilität bei, indem sie die die Frequenz und Spannung im Stromnetz kontinuierlich überwachen und sich bei zu viel Erzeugung automatisch trennen, bei Störungen  das Netz stützen oder Blindleistung zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus könnten die Erneuerbaren Energien ebenfalls schon heute die netzstabilisierenden Funktionen konventioneller Kraftwerke wie Spannungshaltung, Frequenzhaltung und Momentanreserve  durch Nachbildung der rotierenden Massen der Kraftwerke vollständig übernehmen.

 Was heute bereits mit Solarwechselrichtern und in ähnlicher Form auch durch die Windkraft möglich ist, zeigt eine Information der SMA Solar Technology AG:

https://www.sma.de/partner/expertenwissen/sma-wechselrichter-als-netzmanager.html

Die zukünftigen Potentiale Erneuerbarer Energien auf die Momentanreserve zeigt diese DENA Studie:

https://shop.dena.de/sortiment/detail/?tx_zrwshop_pi1[pid]=482

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:43


Was wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint? Müssen Windkraft und Solarstrom kontinuierlich verfügbar sein?

Mythos

Erneuerbare Energien sind nicht ständig verfügbar. Insbesondere die  "grundlastfähig" und die "gesicherte Leistung" von Windkraft und Solarstrom ist nahe 0. Deshalb können sie konventionelle Kraftwerke nicht ersetzen.

Tatsache

Erneuerbare Energien bestehen nicht nur aus Windkraft und Solarstrom. Sowohl Wasserkraft als auch Biomasse sind "grundlastfähig", können also immer und rund um die Uhr Strom liefern. Die "gesicherte Leistung", also die Leistung die mindestens jederzeit abrufbar ist, liegt nahe an der Nennleistung solcher Anlagen. Sie ersetzen also ganz eindeutig konventionelle Kraftwerke. Dabei handelt es sich heute bereits um ca. 10 Gigawatt (die grünen und blauen Flächen unten, die mit der grünen Klammer markiert sind).

Tatsächlich sind Windkraft und Solarstrom als tragende Säulen der Energiewende aber abhängig von der Verfügbarkeit der Rohstoffe Wind und Sonne und somit nicht "grundlastfähig", denn bei Flaute im Dunkeln produzieren weder Solarstrom noch Windkraft nennenswert Strom.

Sind aber Wind oder Sonne verfügbar, produzieren sie einen großen Teil des benötigten Stromes. Während Windkraft in mehrtägigen Phasen mal mehr, mal weniger Strom erzeugt und so große Teile des Bedarfs deckt, kommt Solarstrom nahezu jeden Tag zum Einsatz. Dabei ergänzen sich Wind und Sonne jahreszeitlich hervorragend: Im Winter gibt es viel Wind, im Sommer viel Sonne. Besonders der Solarstrom produziert besonders bedarfsgerecht, denn schon jetzt wird zuverlässig an fast jedem Tag der Spitzenbedarf durch Solarstrom gedeckt.

Aber ist es ein Problem dass ein großer Teil der erneuerbaren Energien nicht "grundlastfähig" ist? Nein, natürlich nicht!  Grundlast, Mittellast und Spitzenlast sind lediglich Definitionen der Energiewirtschaft, um bestimmte Kraftwerksarten einzuordnen. Während die Grundlastfähigkeit oft als Vorteil verkauft wird, wird sie immer weniger benötigt. Im Gegenteil: klares Ziel der Energiewende ist es, Grundlastkraftwerke wie Kernkraft und Kohlekraftwerke möglichst bald abzuschalten.

Technisch spielt es gar keine Rolle, ob in einem Stromnetz einzelne Quellen grundlastfähig sind oder nicht. Einzig entscheidend ist, ob der Verbrauch im Stromnetz zu jeder Zeit zuverlässig gedeckt werden kann. Das kann zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass die Windkraft und der Solarstrom unterstützt werden von Wasserkraft, Biomasse, gasbetriebenen Blockheizkraftwerken und sauberen, schnell regelbaren Gaskraftwerken. Sie können einspringen, wenn Windkraft und Solarstrom kein Rohstoff zur Verfügung steht, aber auch genauso schnell wieder stoppen wenn Windkraft oder Solarstrom wieder liefern. Genauso wird auch in Zukunft während der gefürchteten Dunkelflaute Strom zur Verfügung stehen, ohne dass die Lichter aus gehen.

Dass eine Energieversorgung, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien basiert, auf die oben beschriebene Weise dennoch zu jedem Zeitpunkt eine stabile Stromversorgung gewährleisten kann, hat das Forschungsprojekt "Kombikraftwerk 2" nachgewiesen. Details dazu kann man im Abschlussbericht des Projektes nachlesen.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 11.11.2018 10:02


Können Windräder recycelt werden?

Mythos

Windräder können nicht recycelt werden und sind Sondermüll

Tatsache

Das stimmt nicht. Schon heute gibt es Firmen die Lösungen für das Recycling von Windkraftanlagen anbieten. Dabei ist der Beton, das Metall und die Elektronik handelsüblicher Schrott der einer Weiterverwertung zugeführt wird. Rotorblätter aus Glasfaser-Verbundstoffen werden heute geschreddert und der Zementproduktion als Beimischung zugeführt.

Oft müssen Windkraftanlagen jedoch gar nicht recycelt, sondern werden exportiert und kommen in anderen Ländern erneut zum Einsatz. Wiederverwerter und Recycler werben in Ausschreibungen um die Teile der Windkraftanlagen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/recycling-zweites-leben-fuer-alte-windraeder-a-1202572.html

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:44


Können Photovoltaik-Module recycelt werden?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 07.05.2018 23:04


Wird Strom aus Erneuerbaren Energien im Ausland entsorgt und wir zahlen auch noch dafür?

Mythos

Strom wird im Ausland entsorgt und wir zahlen unseren Nachbarn auch noch Geld dafür, dass sie unseren Strom abnehmen.  Manchmal wird auch von Verklappung oder Entsorgung von Ökostrom gesprochen.

Tatsache

Das ist falsch. Erneuerbare Energien besitzen Einsspeisevorrang im deutschen Stromnetz. Daher kommen Erneuerbare Energien zur Deckung der Last als erstes an die Reihe. Erst danach kommen konventionelle Kraftwerke zum Einsatz.

Aktuell reicht die Menge der Einspeisung Erneuerbarer Energien allerdings nicht aus, um Export oder negative Strompreise zu verursachen.

Wie kommt es zum Export in die Nachbarländer?

Zusätzlich zu den Erneuerbaren Energien speisen auch konventionelle Kraftwerke in das deutsche Stromnetz ein. Dabei gibt es flexible Kraftwerke die ihre Leistung entsprechend des Bedarfs reduzieren. Zu Zeiten von Export und negativen Strompreisen sind diese Kraftwerke abgeschaltet.

Darüber hinaus gibt es aber auch sogenannte Grundlastkraftwerke (in der Regel Braunkohle- und Kernkraftwerke). Diese Kraftwerksarten sind nicht auf kontinuierliche Leistungsänderungen ausgelegt und laufen weitestgehend durch. Wenn Erneuerbare Energien viel Strom produzieren, und somit wenig Bedarf an konventioneller Erzeugung besteht, produzieren diese Kraftwerke trotzdem weiter und sorgen so für massiven Export in die Stromnetze der Nachbarländer.

Dabei geht es nicht nur um "ein bisschen" Export.  An 8215 Stunden des Jahres 2017 (94% des Jahres) wurde Strom exportiert. Im Durchschnitt (also über das gesamte Jahr in zeiten hoher wie niedriger Ökostromerzeugung) handelte es sich um 5,7 GW Export. Das entspricht etwa 5 Kernkraftwerken. In der Spitze wurden 2018 bis zu 15,1 GW exportiert, also etwa die Leistung von 15 Kernkraftwerken oder ein Viertel des gesamten deutschen Spitzenverbrauchs bzw. die Hälfte des Nachtverbrauchs.

Wie kommt es zu negativen Strompreisen?

Zunächst bleibt der Strompreis trotz des massiven Exports positiv, denn der Strom kann in den Nachbarländern sinnvoll verwendet werden. Dabei wird der Strom auch gut bezahlt. Erst wenn die Kapazität der Grenzkuppelstellen erschöpft ist, und flexiblen Kraftwerke im Netz ihre Leistung nicht weiter reduzieren können, schlägt der Strompreis ins negative um (in der Grafik unten mit Pfeil markiert).

Nun sieht man aber in der folgenden Grafik, dass trotz ausreichend erneuerbarer Erzeugung und erheblicher Überproduktion mit der Folge massivem Exports von über 10GW die Kernkraftwerke (rot) völlig unbeeindruckt durchlaufen. Auch die Braunkohlekraftwerke (hellbraun) laufen trotz negativer Strompreise weiter und drosseln ihre Leistung lediglich auf ca. 50%.

Prüfen wir es einmal von der anderen Seite: Würde man einige der besonders klima- und gesundheitsschädlichen Braunkohlekraftwerke abschalten, wäre der Strompreis gar nicht erst negativ geworden.

Welche Folgen hat der durch konventionelle Kraftwerke verursachte negative Strompreis?

Zuerst einmal freuen sich unsere Nachbarn. Sie schalten ihre Kraftwerke ab und bekommen auch noch Geld dafür.

Dann freuen sich noch die industriellen Großverbraucher, die ihren Strom an der Börse kaufen müssen - wie zum Beispiel Aluminiumhütten.

Wer sich nicht freut sind die Bürger und der Mittelstand. Denn die EEG Umlage deckt die Lücke zwischen Ertrag des Verkaufs der Erneuerbaren Energien an der Börse und der Vergütungszahlungen an die Anlagenbetreiber.
Wenn der Strompreis an der Börse im Plus ist, reduziert der Börsenertrag die EEG Umlage.
Wenn der Strompreis aber im Minus ist, muss die volle Vergütung an die Anlagenbetreiber und zusätzlich auch noch die negativen Strompreise obendrauf durch die EEG-Umlage der Bürger bezahlt werden. Und all das nur, weil konventionelle Grundlastkraftwerke durchlaufen statt einfach mal abzuschalten (was ja das klare Ziel der Energiewende ist)!

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:52


Was sind die Vorteile der Energiewende?

Mythos

Die Energiewende dient nur der Reduktion des CO2-Ausstoßes.

Tatsache

Das ist falsch. Die Energiewende revolutioniert die Energiewirtschaft an vielen verschiedenen Stellen:

Reduktion des CO2 Ausstoßes durch Ersetzen fossiler Stromerzeugung

Natürlich ist die Reduktion von Treibhausgasen ein ganz wesentlicher Bestandteil der Energiewende. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien wird die Energieerzeugung umgestellt von der Verbrennung fossiler Brennstoffe auf die Stromerzeugung aus Wind, Sonne und nachwachsenden Rohstoffen. Durch werden große Mengen CO2 eingespart.

Durch erneuerbare Energien vermiedene Treibhausgase (Umweltbundesamt)

Reduktion des Schadstoffausstoßes fossiler Kraftwerke

Durch die Verringerung des Erzeugungsanteils fossiler Kraftwerke - insbesondere der Kohlekraftwerke - werden durch die erneuerbaren Energien große Schadstoffmengen aus konventionellen Kraftwerken vermieden. Dabei handelt es sich nicht nur um CO2, sondern besonders auch um:

  • Schwefeloxide
  • Stickoxide
  • Kohlenmonoxid
  • Feinstaub
  • Distickoxid
  • Quecksilber
  • Blei
  • Nickel
  • Kupfer
  • Arsen

Erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarstrom verbrennen nichts und produzieren daher keine Schadstoffemissionen.

Biomassekraftwerke verursachen zwar Emissionen, aber sie emittieren nur was zuvor zum Wachstum der Rohstoffe durch die Pflanzen aufgenommen wurde und bilden so einen geschlossenen Kreislauf.

https://www.volker-quaschning.de/datserv/Kohle-in-D/index.php

Vermeidung der Kernkraftrisiken (Betrieb und Abfälle) durch Ersetzen atomarer Stromerzeugung

Durch Erneuerbare Energien wird schon heute etwa doppelt so viel Strom erzeugt wie aus allen Kernkraftwerken Deutschlands zusammen. Sie können in wenigen Jahren problemlos abgeschaltet werden ohne dass es einen negativen Einfluss auf Netzstabilität und Versorgungssicherheit hat.

https://www.energy-charts.de/energy_de.htm?source=all-sources&period=annual&year=all

Durch Abschaltung der Kernkraftwerke wird das permanente Risiko eines schweren Unfalls, das allen Technologien mit hoher Energiedichte innewohnt, deutlich reduziert und auch kein zusätzlicher, über Jahrtausende zu lagernder Atommüll mehr erzeugt.

Reduzieren des Wasserverbrauchs

Konventionelle Kraftwerke verbrauchen unvorstellbare Wassermengen. Insgesamt 77% des Wasserverbrauchs der Industrie gehen auf das Konto konventioneller Kraftwerke. Nur 23% des Wasserbedarfs wird von der gesamten restlichen Industrie in Deutschland verbraucht.

Auf den gesamten deutschen Wasserverbrauch gesehen gehen 48% auf das Konto der Kraftwerke.

Erneuerbarer Energien benötigen im laufenden Betrieb dagegen bdeutlich weniger Wasser. Insbesondere Solarstrom und Windkraft sind im Betrieb vollständig wasserneutral.

https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-wirtschaft/industrie/wassereinsatz-des-verarbeitenden-gewerbes#textpart-1

Ersetzen von endlichen Rohstoffe gegen unendliche Rohstoffe in der Energieerzeugung

Mit der Energiewende werden endliche Rohstoffe wie Uran, Kohle, Erdgas und Erdöl gegen unendlich verfügbare Rohstoffe wie Sonne, Wind und nachwachsende Rohstoffe ersetzt. Damit macht sich Deutschland langfristig unabhängig von steigenden Rohstoffpreisen und politischen Abhängigkeiten zu Rohstoff-Lieferländern.

Die weltweite Einführung Erneuerbarer Energien ermöglicht freuen Zugang zu unbegrenzten Ressourcen. Es fallen lediglich die Investitionskosten für die Technik an, die kontinuierlich besser und günstiger wird. Dadurch sind erneuerbare Energien ein hervorragendes Mittel gegen Ressourcenkonflikte und Ressourcenkriege.

Ersetzen von Rohstoffen aus politisch instabilen Gebieten gegen heimische Rohstoffe

Energie ist in unserer Informationsgesellschaft eines der wichtigsten Güter. Kontinuierliche Verfügbarkeit ist Grundlage für das funktionieren der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Mit erneuerbaren Energien machen wir uns unabhängig von Lieferstaaten, die uns heute noch mit Kohle, Gas und Uran beliefern. Welche Macht allein die OPEC - die Ölexportierenden Staaten - heute haben, kann man gut an den Preisschwankungen an der Tankstelle sehen.

Statt wie bisher Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran zu großen Teilen zu importieren, setzt die Energiewende hauptsächlich auf Wind und Sonne, die vor Ort überall in Deutschland und auch überall sonst auf der Welt kostenlos zur Verfügung stehen. 

Wertschöpfung aus den Händen weniger Großkonzernen in die Hände vieler kleiner Akteure und Bürger

Bis vor einigen Jahren war die gesamte Energiewirtschaft fest in der Hand von vier Großkonzernen, die durch staatliche Unterstützung an eine Monopolartige Stellung kamen. So konnten die Stromkonzerne über Jahrzehnte hinweg eine Stromerzeugung basierend auf zentralen Großkraftwerken aufbauen und Jahr für Jahr Milliardengewinne auf Kosten der Stromkunden einfahren.

Die Energiewende zieht nun immer mehr Wertschöpfung von diesen Großkonzernen ab und legt sie in die Hände von Bürgern, Energiegenossenschaften und kleinen Investorengruppen. Mittlerweile sind mehr als 1,6 Millionen Bürger mit eigenen Solaranlagen oder Beteiligungen an Windkraftanlagen Teilnehmer der Energiewende. Davon profitieren die Bürger, die Gemeinden und keinen Betriebe überall in Deutschland besonders.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164228/umfrage/erneuerbare-energien-nach-eigentuemergruppen/ 

Steigerung der Versorgungssicherheit

Mit dem Umstieg auf Erneuerbare Energien wechselt Deutschland von den einfachen mechanischen Dampfmaschinen, wie sie in  Kohle- und Kernkraftwerken genutzt werden, zu einer neuen, deutlich flexibleren Art der Strombereitstellung.

Halbleiterbasierte Wechselrichter von Solar- und Windkraftanlagen und Batteriespeichern bringen zur Stabilisierung des Stromnetzes erstaunliche Fähigkeiten mit. Sie können im Fall von Netzfehlern das Netz stützen, zur Strom-, Spannungs- und Frequenzhaltung beitragen. Sie können sogar rotierende Massen simulierten - also am Stromnetz so tun als wären sie der tonnenschwere Generatorsatz eines Großkraftwerkes - und so das Stromnetz stabilisieren. 

Wenn Erneuerbare Energien technisch ausfallen oder zu Wartungszwecken abgeschaltet werden, sind ihre Leistungen so klein dass ein Ausfall anders als bei einem Großkraftwerk kaum auffällt.

Viele dieser Fähigkeiten werden heute noch gar nicht genutzt und dennoch zeigt sich schon heute, dass der steigende Anteil erneuerbarer Energien das Netz eher stabiler macht:

https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/netze/mehr-netzstabilitaet-dank-erneuerbaren-energien/?L=0

Import-Unabhängigkeit durch heimisch verfügbare Rohstoffe

Während Deutschland heute einen Großteil der Rohstoffe für die Energiegewinnung importiert, ist die Energiewende ein konsequenter Weg zu einer Versorgung mit lokalen Rohstoffen.

https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/primaerenergiegewinnung-importe

Niedrige Strompreise für Verbraucher

Die Energiewende sorgt schon heute für niedrige Börsenstrompreise. Leider werden diese aber nicht an die Haushalte weiter gegeben, sodass Deutschland heute mit 30ct pro Kilowattstunde unter den Ländern mit den höchsten Strompreisen in Europa ist.

Allerdings können die erneuerbaren Energien schon heute die Strompreise der Haushalte senken. Statt 30ct pro Kilowattstunde, die der Stromkunden heute zahlen muss, kostet Strom aus einer Solaranlage zum Beispiel nur 12ct. 

Um Geld zu sparen muss so eine Solaranlage gar nicht groß sein. Auch der Miete oder die Großmutter kann sich problemlos 1, 2 oder 3 Solarmodule an den Balkon hängen:

http://www.taz.de/!5467258/

Langfristig sparen erneuerbare Energien aber massiv Geld. Heute werden 70% der Rohstoffe importiert, aus denen Strom erzeugt wird. Je mehr erneuerbare Energien zugebaut werden, desto weniger Rohstoffe müssen eingekauft werden. 

Hinzu kommt, dass erneuerbare Energien, nachdem sie aus der Förderung heraus fallen, weiterhin produzieren. Allerdings fast ohne Personalkosten, ohne Rohstoffkosten, ohne Finanzierungskosten und mit geringsten Betriebskosten. Somit sind  die Erneuerbaren Energien die Garantie für zukünftig niedrige Strompreise. Den gegenüber stehen die fossilen und atomaren Rohstoffe, deren Kosten tendenziell nur den Weg nach oben kennen - insbesondere wenn die Verfügbarkeit der endlichen Rohstoffe knapper werden.

 Entwicklungshilfe mit erneuerbaren Energien

Während erneuerbare Energien weltweit weiter ausgebaut werden, sinken die Preise kontinuierlich. Dadurch werden erneuerbare Energien auch mehr und mehr in Entwicklungsländern eingesetzt. Der gesamte Sonnengürtel der Erde rund um den Äquator ist zudem reich an Sonneneinstrahlung, was zum Beispiel den Einsatz von Solarenergie besonders interessant macht.

Durch die Massenproduktion erneuerbarer Energien sinken die Preise, wodurch sich auch in Entwicklungsländern viele Dörfer mit erneuerbaren Energien ausgestattet werden können.

Eine sichere, saubere und günstige Stromversorgung unterstützt in den Armen Ländern dieser Welt auch das Erreichen alle anderen nachhaltigen  Entwicklungsziele.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 01.08.2018 15:27


Ist die Energiewende eine Umverteilung von "unten" nach "oben", also von den Armen zu den Reichen?

Der Artikel wird zur Zeit überarbeitet und kann leider nicht angezeigt werden.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 12.05.2018 21:23


Sind schon heute zu viel Erneuerbare Energien im Stromnetz?

 Mythos

Schon heute ist zuviel Ökostrom im deutschen Stromnetz

Tatsache

Das ist falsch. Im Gegenteil: es befindet sich noch viel zu wenig Ökostrom im Stromnetz und leider noch viel zu viel fossiler und atomarer Strom.

Ziel der Energiewende ist die vollständige Ersetzung fossiler und atomarer Energie. Neben der CO2 Einsparung gibt es noch eine Vielzahl weiterer Vorteile, die sich aus einem vollständigen Wechsel des Energiesystems hin zu 100% Erneuerbaren Energien ergeben:

http://www.ee-mythen.de/index.php?action=artikel&cat=1&id=12&artlang=de

Leider ist das  bis heute noch nicht einmal im Stromsektor passiert, denn heute werden noch immer fossile Energieträger eingesetzt - oft ohne dass sie in Deutschland benötigt werden und überwiegend für den Export produzieren:

http://www.ee-mythen.de/index.php?action=artikel&cat=1&id=11&artlang=de

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:59


Werden Erneuerbare Energien an der Strombörse fair gehandelt?

 Mythos

Erneuerbare Energien werden an der Strombörse fair und im Wettbewerb mit anderen Erzeugern gehandelt.

Tatsache

Gehandelt werden die erneuerbaren an der Strombörse. Allerdings auf eher unfaire Weise. Solarstrom und Windkraft werden an der Strombörse tatsächlich für 0ct gehandelt, denn die Strombörse bewertet die Erzeuger ausschließlich nach ihren "Grenzkosten". Das ist der Wert, den es in einer laufenden Produktion zusätzlich kostet, eine Kilowattstunde mehr zu produzieren.

Das funktionierte bisher, weil konventionelle Kraftwerke zunächst nur wenig Kosten für den Bau verursachen, dann aber um ein Vielfaches höhere Kosten im Betrieb auftürmen.

Bei erneuerbaren ist es genau anders herum. Die Kosten fallen fast ausschließlich zum Bau der Ökostrom-Anlagen an. Der Rohstoff kostet dagegen nichts und die Betriebskosten sind auch kaum nennenswert. Daher werden Windkraft und Solarstrom an der Strombörse für 0ct pro Kilowattstunde gehandelt, was natürlich völliger Unsinn ist. Denn zum Beispiel gerade die Solarenergie deckt viele Monate des Jahres zuverlässig die Spitzenlast, die früher am teuersten war.

Ein neuer Strommarkt muss her!

Im Rahmen der Umstellung auf Erneuerbare Energien muss der Strommarkt angepasst werden. Es ist offensichtlich, dass ein Strommarkt wie er bisher gestaltet ist, mit hohem Anteil erneuerbarer Energien nicht funktionieren kann weil sonst der Strom tendenziell nichts mehr Kosten würde.

Bei dem Umbau des Strommarktes geht es nicht darum, einen möglichst guten Kompromiss zwischen erneuerbaren und konventionellen Energien zu finden. Es geht nicht darum, dass das alte System so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Vielmehr geht es  im Rahmen der Energiewende darum, das alte System so schnell wie möglich abzuschaffen und zu ersetzen. Dazu muss der Strommarkt in ein paar grundlegenden Punkten verändert werden:

  1. Vorrang für erneuerbare Energien
  2. Handel auf Basis von Gesamtkosten statt Grenzkosten
  3. Berücksichtigung aller externen Kosten
  4. Kein Handel über Zeiträume die nicht absehbar sind

1) Der Vorrang erneuerbarer Energien muss weiterhin erhalten bleiben, denn die Gesamtgesellschaftlichen Vorteile rechtfertigen einen Vorrang vor fossilen und atomaren Energien (Vorteile der Energiewende)

2) Handel auf Basis der Gesamtkosten bedeutet, einen Markt zu schaffen, in dem nicht nur ein Teil der Kosten zur Preisbildung angesetzt werden, sondern alle Kosten, sodass durch den Bürger keine zusätzlichen Kosten -  sichtbar auf der Stromrechnung oder  unsichtbar in den Steuern - zusätzlich bezahlt werden muss.

3) Berücksichtigung aller Kosten bedeutet, dass alle Folgekosten über Bau, Betrieb und Entsorgung sowie alle Umweltkosten und Gesundheitskosten mit in die Rechnung einbezogen werden müssen.

4) Kein Handel über nicht absehbare Zeiträume bedeutet, dass in einem Strommarkt mit  hohem Anteil erneuerbaren Energien der Handel mit Strom über mehr als 12 Stunden wegen der schwankenden Verfügbarkeit keinen Sinn macht. Da die konventionellen Kraftwerke nachrangig zum Ausgleich der Restmengen arbeiten, macht ein Handel über mehr als 12 Stunden für konventionelle Kraftwerke ebenfalls keinen Sinn. Daher sollte ein Handel über größere Zeiträume als 12 Stunden im Strommarkt gar nicht zur Verfügung stehen.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 14:59


Gibt es für die Energiewende ausreichend wirtschaftliche Speicher?

 Mythos

Für die Energiewende gibt es doch gar keine Speicher, die ausreichend groß und dazu noch wirtschaftlich sind.

Tatsache

Das ist falsch. Es wurde im Forschungsprojekt Helmeth ( http://helmeth.eu ) bereits nachgewiesen, dass praktisch für die Umwandlung von Strom zu Methangas ein Wirkungsgrad von 76% erreicht wird.  Weitere Optimierungen bis zu etwa 80% Wirkungsgrad scheinen möglich.

Als Methangas gespeicherter Strom aus Windkraft und Solarstrom kann später in vielen kleinen Blockheizkraftwerken in Wohnhäusern mit nahezu 100% Wirkungsgrad  wieder in Strom und Wärme umgewandelt werden.

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Gas mit etwa 60% Wirkungsgrad in Gaskraftwerken zu verstromen.

Dass Speicher wie Power-To-Gas heute noch nicht praktisch eingesetzt werden, liegt allein daran dass man sie heute noch nicht braucht. Denn aktuell besitzt das deutsche Stromnetz durch seine Kraftwerke noch ausreichend Flexibilität. Wenn man mehr Strom im Netz benötigt, schaltet man Kraftwerke zu. Wenn man weniger Strom benötigt, schaltet man Kraftwerke ab.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 15:59


Ist Fusionsenergie

Der Artikel wird zur Zeit überarbeitet und kann leider nicht angezeigt werden.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 24.05.2018 22:29


Studien zu Machbarkeit und Kosten von der Energiewende haben FEhler

Der Artikel wird zur Zeit überarbeitet und kann leider nicht angezeigt werden.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 04.06.2018 21:01


Ist der "Erntefaktor" erneuerbarer Energien schlechter als bei konventionellen Kraftwerken und welche Bedeutung hat das?

 Mythos

Erneuerbare haben einen schlechten Erntefaktor - das Verhältnis von aufgewendeter zu produzierter Energie ist geringer als bei fossilen oder atomaren Kraftwerken. Daher sind Erneuerbare Energien Energiequellen von "schlechterer Qualität".

Tatsache

Der "Erntefaktor" (Englisch: Energy Returned On Energy Invested - auch EROI oder EROEI) ist eine Kennzahl zur Beschreibung der Effizienz eines Kraftwerks. Die Energieproduktion eines Kraftwerks wird ins Verhältnis zum Energieaufwand für den Bau und die Stromproduktion gesetzt. 

Ein Kohlekraftwerk erreicht einen Erntefaktor von etwa 30, es erzeugt nach dieser Rechnung also 30x mehr Energie als aufgewendet wurde. Ein Kernkraftwerk erreicht einen Erntefaktor von etwa 100.

Auch für Windkraft und Solarstrom kann man einen Erntefaktor berechnen. Für Windkraft liegt er bei ca. 30 bis 50, bei Solarstrom liegt er je nach verwendeter Technologie zwischen 7 und 17.

Ist der Erntefaktor ein sinnvolles Maß für die Qualität einer Energiequelle?

Nein, denn in der Betrachtung des Erntefaktors wird nur ein Teil der zur Stromerzeugung eingesetzten Energie betrachtet. Die nötigen Brennstoffe für die Stromerzeugung werden nicht berücksichtigt. Aber gerade die Brennstoffe sind es, die den größten Anteil der aufzuwendenden Energie ausmachen. Daher ist es durchaus geboten, auch die Brennstoffe mit zu betrachten.

Beispiel Kohlekraftwerk

Ein Kohlekraftwerk benötigt zum Bau eine bestimmte Menge Energie. Um nach dem Bau nun mehr Energie heraus zu bekommen als man hinein gesteckt hat, muss das Kraftwerk also Energie produzieren. Dazu muss es Kohle verbrennen und in elektrische Energie umwandeln. In einem Kohlekraftwerk gehen dabei etwa 60% der in der Kohle gespeicherten Energie als Abwärme verloren. Betrachtet man also nicht nur einen Teil, sondern die gesamte aufgewendete Energie, stellt man fest, dass auch zur Stromproduktion mehr Energie hinein gesteckt werden muss als man an Nutzenergie heraus bekommt. Daher muss für ein Kohlekraftwerk immer deutlich mehr Energie hinein gesteckt werden als man heraus bekommt.

Das gilt im Übrigen für alle fossilen und atomaren Kraftwerke.

Beispiel Solarstrom und Windenergie

Auch Solarstrom und Windenergieanlagen benötigen Energie zum Bau der Anlagen. Durch die geringere Energiedichte ist der Aufwand zum Bau sogar höher als bei thermischen Kraftwerken. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass weder Solaranlagen noch Windkraftanlagen Brennstoff benötigen. Sie wandeln Wind und Sonne in elektrische Energie um. Natürlich ist auch Wind und Sonne eine Art Rohstoff, aber beides sind unendlich verfügbare Rohstoffe, stehen frei zur Verfügung und ihr Einsatz wird nicht begleitet von schädlichen Nebenwirkungen wie das bei fossilen oder atomaren Brennstoffen der Fall ist.

Daher produzieren Windkraft- und Solarstromanlagen im Gegensatz zu konventionellen Kraftwerken mehr Energie als zur Produktion aktiv aufgewendet werden muss.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 15:59


Verursacht die Herstellung und Nutzung von Elektroautos wirklich mehr CO2 Emissionen als ein normales Verbrennerfahrzeug?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 09.06.2018 19:56


Abbildungen

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 09.06.2018 22:07


Können Erneuerbare Energien bedarfsgerecht produzieren?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 10.06.2018 00:30


Haben Erneuerbare Energien tatsächlich nur einen geringen Anteil am Primärenergieverbrauch?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.08.2018 16:12


Wirkungsgrad P2G

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 10.06.2018 22:44


Ist der Strom durch die Energiewende so teuer?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 16.06.2018 20:46


Sind Solarstrom oder Windkraft unwirtschaftlich weil sie subventioniert werden?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 26.06.2018 23:49


Erneuerbare kosten mehr als die durch ihre Stromproduktion nützen

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 26.06.2018 23:52


Sind erneuerbare Energien verantwortlich für den hohen Strompreis in Deutschland?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 15.07.2018 08:49


Ist Windkraft im Wald schlecht für die Energiewende, weil dafür Wald gerodet werden muss?

Myhtos

Windkraft im Wald ist schlecht für die Energiewende, weil dafür Wald gerodet werden muss. Jahrhunderte alte Bäume mussen gefällt werden und können dann kein CO2 mehr aufnehmen.

Tatsache

Das ist falsch. Jedes Jahr vermeidet eine große Windkraftanlage deutlich mehr CO2 als die dafür gerodeten Bäume aufnehmen können.

Eine 2,5 MW Windkraftanlage benötigt etwa 0,4 Hektar gerodeter Fläche.
Pro Jahr erzeugt sie 6,5 Millionen kWh Strom und reduziert 4.900 Tonnen CO2 pro Jahr

Ein Hektar Wald speichert pro Jahr etwa 13 Tonnen CO2. Die 0,4 Hektar Wald würden dementsprechend das CO2 in der Atmosphäre um 5,2 Tonnen pro Jahr reduzieren.

Dementsprechend reduziert eine Windkraftanlage etwa 4895 Tonnen mehr CO2 (942mal so viel ) verglichen mit den Bäume auf der gerodeten Fläche.

Natürlich sollte trotzdem eine Wiederaufforstung stattfinden, denn CO2 Reduktion ist ja bekanntlich nicht alles was ein Wald zu bieten hat!

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 16:00


Schreddern Windkraftanlagen wirklich Vögel?

Mythos

Windkraftanlagen sind Vogeltötungsmaschinen. Kein gefiederter Freund ist vor ihnen sicher!

Tatsache

Es ist wirklich so dass hin und wieder Vögel mit Windkraftanlagen zusammen stoßen. Es handelt sich pro Windkraftanlage um etwa 1 bis 5 Kollisionen pro Jahr.

Allerdings sind die Windkraftanlagen bei weitem nicht die Hauptsächliche Todesursache. Etwa 100.000 bis 200.000 Vögel kommen pro Jahr an Windkraftanlagen ums Leben.

Dem stehen die anderen Todesursachen gegenüber:

  • 18 Millionen Vögel sterben pro Jahr an Glasfassaden
  • 1,5 Millionen Vögel sterben an Stromleitungen
  • ...

Mehr dazu in diesem Artikel:
http://www.bund-rvso.de/windenergie-windraeder-voegel-fledermaeuse.html 

Da ist die Zahl von 0,1 bis 0,2 Millionen toten Vögel durch die Windkraft schon ziemlich klein. Nun ist aber jedes Tier ein Lebewesen das es zu schützen gilt. Deshalb ist es wichtig dass Hersteller von Windkraftanlagen weiterhin daran arbeiten, Methoden zu entwickeln um Vögel aus dem gefährlichen Bereich fern zu halten.

Letztenendes stehen den getöteten Vögeln aber auch die Menschenleben gegenüber, die durch die Luftverschmutzung der Kohlekraftwerke sterben. Jährlich sind es Europaweit etwa 2.500 Menschen die durch die Folgen der Schadstoffemissionen aus deutschen Kohlekraftwerken sterben. Diese Todesfälle können durch die saubere Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien vermieden werden und man muss sich daher überlegen, ob der Schutz von Menschenleben oder der Schutz von Vogelleben eine höhere Priorität haben sollte.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 16:00


Stellen Windkraftanlagen im Wald eine "erhebliche Brandgefahr" dar?

Mythos

Windkraftanlagen im Wald stellen eine erhebliche Brandgefahr dar. Deshalb sollten sie nicht im Wald aufgebaut werden.

Tatsache

Die von Windkraftanlagen ausgehende Brandgefahr ist sehr gering.

Von 28.675 Windkraftanlagen die sich Ende 2017 in Deutschland in Betrieb befanden, haben 8 gebrannt. Das bedeutet, dass es über die gesamte Lebenszeit eines Windrades nur eine 0,5%ige Chance gibt dass ein Windrad brennt.

So viel zur Statistik. Interessant wäre nun noch einmal die Betrachtung ob die Brandgefahr bei alten und neuen Anlagen sich vielleicht unterscheidet. 

Natürlich kann man die Gefahr aber nie ganz ausschließen.  In einer Diskussion dazu sagte mir die Feuerwehr dazu,  dass in solchen Fällen die Windkraftanlage kontrolliert abbrennen gelassen wird. Die umliegenden Bäume werden befeuchtet um eine schwere Entzündbarkeit zu erreichen. Und dann werden herab fallende Teile schnell gelöscht um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Weiterhin werden Brände an Windkraftanlagen aufgrund der Rauchentwicklung und der Höhe der Anlagen oft schnell entdeckt und gemeldet.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 01.08.2018 08:04


Tragen Windkraft und Solarstrom wirklich kaum zum Primärenergieverbrauch bei?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 25.07.2018 09:48


Sind Windkraftanlagen zu laut?

Mythos

Nach einer neuen Richtlinie der WHO sind Windkraftanlagen zu laut.

Tatsache

Richtig ist dass es diese Richtlinie gibt. Sie betrifft allerdings nicht nur Windräder, sondern alle Schallquellen. Für allgemeine Wohngebiete sieht die Richtlinie 45 Dezibel vor, in Deutschland sind 55 Dezibel erlaubt. Daraus wird nun vielfach geschlossen dass Windkraftanlagen in Deutschland zu laut sind. Das ist aber in zweierlei Hinsicht falsch.

  1. Jede Schallquelle - nicht nur die Windkraft - die sich an die deutschen Bestimmungen hält und diese erfüllt, wäre "zu laut".
  2. Windkraftanlagen in Deutschland stehen nur selten in allgemeinen Wohngebieten. Diese Richtlinie würde zum Beispiel auf kleine Windräder im Garten oder auf dem Dach zutreffen. In Deutschland gibt es aber Abstandsregeln die in der Regel recht zuverlässig verhindern, dass große Windkraftanlagen auf dem Dorfplatz oder im Garten von Eigenheimen errichtet werden

Zusammenfassend kann man sagen, dass großegroße Windkraftan in Deutschland nicht zu laut sind, wenn sie die aktuell geltenden deutschen Normen einhalten.

Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 13.10.2018 12:36


Wirkungsgrad P2G

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 17.10.2018 13:39


Machen Solaranlagen schlapp, wenn es zu heiß wird?

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 07.11.2018 14:58


Wasserverbrauch Wasserknappheit

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Verfasser: Christian Höhle
Letzte Änderung: 07.11.2018 14:58